
Sechsundfünfzig Jahre zuvor
Es ist die Nacht, in der die Zünfte ihren Verbundbrief besiegeln, und Köln feiert bis in den Morgen. Unter der Feier wird ein ganzes Haus ausgelöscht. Gerhard von Berg, Ventrue und Domherr, hat den Dominikanern des Predigerklosters verraten, wo die Brujah ruhen. Die Inquisitoren kommen mit Fackeln. Lucius' sieben Kinder, die man die Tugendkinder nennt, und alle, die sie selbst erschaffen haben, verbrennen in ihren Verstecken.
Im Morgengrauen fährt ein Wagen hinaus nach Melaten. Ulrich der Schwarze sitzt auf dem Bock, hinten sitzt Lucius, der alte Prinz von Köln. Vor dem Siechenhaus warten ein Pfahl und Reisig. Als die Sonne aufgeht, hat die Stadt keinen Prinzen mehr.
In derselben Nacht setzen sechs Häuser ihre Siegel unter Gerhards Stiftung. Gerhard wird Prinz und lässt die Chroniken umschreiben. Lucius' Name fällt nicht mehr.
Einer hat trotzdem alles aufgeschrieben: Bruder Anselm, Nosferatu und Archivar, am Ende von Gerhards Tisch. Er hat gesehen, wie ein ganzes Haus verschwand und wie leicht es ging. Fünfundzwanzig Jahre später, 1421, gründet er einen kleinen Kreis, der verhindern soll, dass so etwas noch einmal geschieht: die Custodes Ordinis, die Wächter der Ordnung. Sie dienen keinem Prinzen und keinem Clan, nur der Stadt.


















