Élise Garnier aus Düsseldorf

Ein alter Rolls stand in der Nähe des Museums. Die Tür öffnete sich, und die drei stiegen aus. Amélie flüsterte ängstlich: „Ach du Scheiße… Élise…"
„Herrlich, nicht wahr? Es geht doch nichts über einen ausgedehnten Besuch im Museum."
Ein wissendes Lächeln. Ein kurzer Blick zum Gebäude, dann zu euch.
„Isabelle liebte dieses Licht."
„Ich bin Élise Garnier, Ancilla vom Clan der Rose aus Düsseldorf — und das sind meine Kinder. Marc und Rosa. Wir sind hier, um die wichtigsten Besitztümer von Isabelle zu sichern und um sicherzustellen, dass die Belange des Clans der Rose in Köln zukünftig angemessen behandelt werden."
Einst Bewunderin Isabelles, später Rivalin, dann Verräterin — je nachdem, wen man fragte. Als Isabelle verschwand, sah Élise darin ein Zeichen: die Ära der wahren Muse war vorbei. Und jemand musste sie in Erinnerung halten. Jede Bewegung von ihr wirkte gesetzt, als würde sie eine unsichtbare Bühne bespielen. Parfum, kaltes Silber, ein Hauch von Winterluft.
Ihre Enkelin Rosa — erschaffen 1985, ehemals Schauspielerin — sagte auf dem Weg zum Eingang mit glockenheller Stimme in Französisch: „Maman… er war sehr hübsch und irgendwie so verloren zwischen all der Verzweiflung. Wir sollten uns um ihn kümmern." Élise antwortete: „Rosa, ma chère. Alles zu seiner Zeit."
Rosa hatte nicht geflüstert. Vielleicht war das Absicht.
Merlin stand einige Schritte hinter der Gruppe — die Hände locker verschränkt, den Blick irgendwo zwischen den Pflastersteinen und dem Eingang. Er trug noch die Stille des Abends in der Haltung, jene besondere Art von Erschöpfung, die kein Schlaf heilt. Als Rosas Worte ihn erreichten, hob er kaum den Kopf. Nur die Schultern senkten sich, ein wenig, als wäre etwas nachgegeben.
Élises Antwort hing in der Luft.
Dann, ohne Erklärung, ohne Abschied, löste er sich aus der Gruppe. Ein paar Schritte. Die Garniers nahmen ihn auf, als wäre der Platz schon immer für ihn reserviert gewesen — Rosa mit einem Lächeln, das keine Frage stellte, Marc mit einem kurzen Nicken, Élise ohne Blick zurück. Er gehörte jetzt zu ihnen. Zumindest für diese Nacht.
Ihr Haven: La Chambre du Verre in Bayenthal. Ein ehemaliges Atelierhaus, von außen unauffällig — von innen ein Traum aus Glas, Spiegeln und Kerzenlicht. Die Luft roch nach Parfum, heißem Wachs und kaltem Metall. Leise Musik, nie laut. Debussy. Satie. Alte französische Chansons. Und drei Särge aus gebürstetem Stahl im Keller — kein Staubkorn, kein Fehler.