Unter dem Fort — tiefer, als die Ringfestung reicht — fanden sich Spuren älteren Mauerwerks. Ritzen im Stein, die keine natürliche Erosion hinterlassen hatte. Und an einer Wand, halb unter Erde und Moos, dasselbe Zeichen wie auf der Münze: ein Tierkreissymbol, eingeritzt mit einer Präzision, die keine mittelalterlichen Handwerker kannte.
Das war das erste Mal, dass die Gruppe verstand: Soromil war nicht nur ein Name. Er war überall in dieser Stadt. In den Steinen. In den Insignien. In der Architektur selbst.
Köln war sein Körper. Und irgendetwas tief darunter war sein Herz.
Vertraulich · Nur für Clan Tremere
„Der, den manche Agrippa nennen, ein Gelehrter im Blute, legte seinen Samen in die Nacht und erschuf jenen, der Stein mit Stein zu sprechen verstand."
„Diesen nannten sie Soromil, den Baumeister Colonias, den, der weder Tag noch Zeit fürchtet."
„Soromil gab sein Blut weiter einem Jüngling von großer Stärke und klarem Geist. Dieser Jüngling wurde Herr über die Mauern von Colonia. Er führte die Geschicke der Nacht für Jahrhunderte, hielt Ordnung über Rhein und Markt — und alle nannten ihn Fürst."
„Doch im Jahr, da die Händler das neue Bündnis schlossen — MCCCXCVI — erhob sich gegen ihn ein Mann des Stahls und der Ehre, Gerhard von Berg. Gerhard entfachte den Glauben und die heilige römische Inquisition, wogegen kein Schutz half, und der Prinz, Kind des Soromil, fiel, und mit ihm alle Kinder und Kindeskinder aus dem Hause Soromil, verzehrt im Feuer der Kirche."
[hier folgt ein großes Brandloch]
„…alleine ohne Clan, bis er dieses Frühjahr verschwand und seit dem nicht mehr gesehen ward."
— Bruder Anselm von Colonia, Anno Domini MCDL
Zwei Seiten. Ein Wert.
Katarina trug sie, damit er nicht ganz fort war.
Ihr tragt sie jetzt. Damit ihr nicht vergessen mögt, was das kostet.