Die Nacht, die alles beendete
Euer letzter Tag als Mensch war banal. Das ist das Grausamste daran.
Vielleicht ein Abendessen halb im Stehen, weil das Büro zu lange festgehalten hatte. Vielleicht das Lachen am Telefon, eine Umarmung, das kleine Glück von jemandem, der neben euch liegt. Kinder, die euch anlächelten. All die Dinge, die man nie zu schätzen wusste, weil man glaubte, sie würden immer da sein.
Der Fernseher rauschte. Ihr schlieft ein. Und dann — fremde Gesichter, ein Gefühl wie Schweben, wie Drogen, wie das Vergessen selbst — und ein Mund an eurem Hals, der sich nahm, was er wollte.
Lust. Ekstase. Kälte. Dunkelheit.
Und dann: Hunger.
Das erste Bewusstsein als Vampir ist kein sanftes Erwachen. Es ist ein Reißen — ein Tier, das aufwacht und sofort weiß, dass es Hunger hat, und nicht mehr weiß, was Mitgefühl bedeutet. Irgendwo in diesem Moment, zwischen dem roten Schleier und dem Körper, den sie zerfleischt hatten, und dem Blut, das von ihrem Kinn tropfte, verstanden sie: Das hier war kein Traum. Das hier war ihr neues Leben.
Danach blickten sie auf ihr Werk. Ein Fremder. Tot. Die Augen offen.
Jemand trat aus dem Schatten. Ihre Erschaffer. Und sagte entweder „Es tut mir leid" — oder „Besser du als ich" — oder gar nichts.













